Lätare!

Liebe Leserin, lieber Leser!
Geduld und Zuversicht sind aktuell von uns allen gefordert in dieser Zeit der Pandemie. Gleiches gilt aber auch in jedem Frühjahr, wenn es Zeit wird, den Garten oder das Feld zu bestellen.

Dass ungeachtet von Corona draußen alles grünt und sprießt, ist für mich ein Hoffnungszeichen. Die Angst vor Krankheit, pessimistische Prognosen oder immer härtere Einschnitte in unseren Alltag sind nicht alles. Das Leben setzt sich durch und nach gefühlt endlosen Wochen mit Novembergrau und Nieselregen leuchten Osterglocken und blühen Zweige.

Die Verbreitung des Virus verlangsamen – Ungewohntes wird von uns verlangt. Normalerweise streben wir sonst immer danach, dass alles möglichst schnell und effektiv sich entwickelt. Nun sollen wir zuhause bleiben, abwarten und Tee trinken. Wir haben es in der Hand, sagen Wissenschaftler und Politiker. Und wir können doch nichts machen…

Lernen wir von den natürlichen Abläufen: Nach der Saat braucht es Zeit, ehe sichtbar sich etwas tut. Natürlich passiert auch während dieser Wartezeit etwas. Da keimt der Sämling und schiebt sich durch das Erdreich, nur sehen wir es nicht.

Das Unsichtbare aushalten, macht bei Corona die Menschen unsicher.
Im Garten warten wir hoffnungsvoll. Die Arbeit wird nicht umsonst sein, wir sehen es nur noch nicht. Aktivität stört, geduldiges Warten ist angesagt.
Die Erfahrung des Gärtners sagt: Das muss so sein! Auf Zukunft geschieht jede Gartenarbeit. Manchmal ist es nicht einmal mehr die eigene.
Wir essen die Äpfel von den Bäumen, die unsere Eltern pflanzten.
Für mich ist das ein Hinweis darauf, wie wichtig die Solidarität zwischen den Generationen ist.

Eine ungewisse Zukunft erwartete Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem.
Heute wissen wir, Leiden und Tod standen ihm bevor. Trotzdem deutete er das Geschehen zuversichtlich: Das Leben wird siegen. Der Wochenspruch für die Woche nach dem Sonntag Lätare gibt Jesu Worte und Hoffnung wieder: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht. Joh. 12,24

„Kleines Ostern“ wird der Sonntag Lätare genannt.
Mögen Ihnen und Euch Geduld und Zuversicht nicht ausgehen unter diesen ungewohnten Umständen. Sät vielleicht mit den Kindern in Blumentöpfen, genießt die Zeit im Garten.

Auf ganz andere Weise erleben wir aktuell Früchte dieser Hoffnung, der oft gar nicht wahrgenommenen Lebensenergie, in Nächstenliebe und Solidarität, dafür danke ich herzlich!
Macht weiter so in der getrosten Hoffnung: das Leben siegt!

In diesem Sinne: Bleibt geduldig und zuversichtlich Zuhause, genießt Sonnenschein und Frühlingsduft!

Herzliche Grüße
Ihr / Euer Pastor Jörn Jebsen

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