Andacht zum Sonntag Kantate

Singt Gott dankbar in euren Herzen!
So heißt es, liebe Leserin, lieber Leser in der Epistel des heutigen Sonntags.
Sicherlich gäbe es Protest, wenn ich diese Worte öffentlich predigen würde, zumal in einem Gottesdienst, in dem ja zurzeit nicht gesungen werden darf. Es geht hier in der Epistel aber mitnichten um ein Verbot des lauten Gesangs. Er wird nicht ins stille Kämmerlein des Herzens verbannt. Keine Einschränkung der Freiheitsrechte, obwohl zur Zeit der Abfassung der Paulusbriefe die Freiheit der Allermeisten wahrlich sehr begrenzt war.

Singt Gott dankbar in euren Herzen!
Singen, egal ob laut oder leise, ist eine besondere Form, Gefühle zu äußern. Wem die Worte fehlen, dem helfen oftmals Lieder, auf die man zurückgreifen kann. Die im Textzusammenhang dieses Zitats genannten Psalmen sind dafür beispielhaft. Nahezu jede menschliche Regung, jedes tiefe Gefühl findet hier seinen Ausdruck: Dank und Freude, Wut und Zorn, ja sogar hasserfüllte Vergeltungsforderung sind da zu finden.

Singt Gott dankbar in euren Herzen!      
Hier für heute der Ruf zum dankbaren Gesang. Alles hat seine Zeit, sagt der Prediger, aber seien wir ehrlich: der Dank wird ganz oft vergessen. Vor allem, wenn es um Gott geht.
Heute nicht! Am Sontag „Kantate“, auf Deutsch „Singet!“ wollen wir ihm Dank sagen, ja ihm unseren Dank singen!  Aktuell wird zwar allgemein wiedermal vor allem gejammert und geklagt. Doch denke, hoffe ich, dass wir alle nicht lange nachdenken müssen, was es alles zu danken und zu singen gibt!

Ich danke Gott für Bewahrung bis auf den heutigen Tag. In Zeiten von Corona ist das trotz aller Vorsichtsmaßnahmen nicht selbstverständlich.
Ich danke für umsichtige, vorsichtige PolitikerInnen in Land und Bund, für all die „Alltagshelden“, das Pflegepersonal in Krankenhäusern und Heimen, Ärzten, Polizei und Feuerwehr, den Mitarbeitenden in Geschäften und der Post. Und für alle, die oft unsichtbar hier und da hilfreiche Dinge tun.
Ich bin dankbar für die relative Ruhe. Es ist mal Zeit, zur Besinnung zu kommen, sich zu Besinnen: was ist wirklich wichtig und nötig? Klopapier und Nudeln? Fußball oder Kino?
Beziehungen, Kontakte sind wertvoll – und seien sie via Telefon oder Bildschirm. Anderes wird sowas von nebensächlich!

Singt Gott dankbar in euren Herzen!
Gott will ich danken für den Sonnenschein und die aufblühende Natur.
Für meinen Mann, die Freunde, diese Gemeinde.
Und das mit einem Lied, aber im Herzen! By heart, sagt der Endländer, wenn er etwas auswendig kann.
Welche Lieder tragen Sie, trägst Du mit Dir herum im Herzen? Oldies und Evergreens gehören sicher dazu. Klassiker des Gesangbuchs und auch aus der Rubrik „Schlager der 70er“.
Es dauert, bis ein Lied so bekannt und vertraut ist, dass man es auswendig kann. Man muss es üben. Oder es ist ein Ohrwurm, den man nicht wieder loswird. So manches brennt oder prägt sich ein, ganz unbewusst!

Mit dem Dank ist es ähnlich wie bei den Liedern: man muss ihn einüben.
Er muss im positiven Sinne Gewohnheit werden.
Wie ein bestimmtes Stichwort einem ein ganzes Lied inklusive Orchester in den Hinterkopf ruft, so soll es auch beim Dank sein: ein Anstoß und schon erklingt in Herz und Ohr ein Loblied auf den Herrn.Von allein stellt es sich ein und damit eine Stimmung, ein Grundgefühl: danke!                                                                                                                   
Lobe den Herrn, meine Seele….               Oh, Seele vergiss es nicht. Amen!

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